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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Äußerliche Anwendung

Kombinationstherapie bei aktinischen Keratosen

Zwei Verfahren nacheinander statt eines allein. Empfehlungsgrad B mit Level of Evidence 1 — die am besten belegte Strategie des Kapitels.

Auch: sequentielle Therapie · laserassistierte PDT

Wirkprinzip
Ein abtragendes oder läsionsgerichtetes Verfahren bereitet das Feld vor, ein feldgerichtetes Verfahren behandelt anschließend die gesamte geschädigte Fläche. Die Vorbehandlung verbessert die Aufnahme des Wirkstoffs und erfasst zugleich die dickeren Läsionen, an denen Feldtherapien scheitern.
Körperregion
Kopfhaut · Gesicht · Handrücken
Sitzungen
Zwei aufeinander abgestimmte Behandlungsschritte
Ausfallzeit
Summe der Ausfallzeiten beider Verfahren
Wirkdauer
Kontrolle des Feldes bleibt nötig
Hauptrisiko
Additive Nebenwirkungen beider Verfahren
Läsionsgerichtete und feldgerichtete Behandlung im VergleichLinks: Nur die vier sichtbaren Läsionen werden behandelt; die veränderten Zellen im umgebenden Feld bleiben unbehandelt. Rechts: Das gesamte lichtgeschädigte Areal wird behandelt, sichtbare Läsionen eingeschlossen.LäsionsgerichtetVier sichtbare Läsionen entfernt.Das Feld dazwischen bleibt unbehandelt.FeldgerichtetDie ganze Fläche wird behandelt —auch dort, wo noch nichts zu sehen ist.veränderte Zellklone, nicht sichtbartastbare Läsion
Sichtbare Läsionen sind nicht die ganze Veränderung. Wer nur sie behandelt, sieht die nächsten aus dem unbehandelten Feld entstehen.Quelle: S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom 032/022OL

Ungeeignet, wenn: die Belastung beider Verfahren zusammen nicht getragen werden kann — die Nebenwirkungen addieren sich.

Die stärkste Empfehlung des Kapitels

Empfehlungsgrad B, Level of Evidence 1, starker Konsens:

Eine primäre oder sequentielle Kombinationstherapie aus verschiedenen feld- oder läsionsgerichteten Verfahren sollte für die aktinische Keratose angeboten werden.

Die Leitlinie stützt das auf vier Referenzen, darunter mehrere systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen.

Der belegte Fall: Laser vor PDT

Eine Meta-Analyse untersuchte den ablativen Laser als Vorbehandlung der photodynamischen Therapie. Die lasergestützte PDT zeigte signifikant höhere Clearance-Raten als die PDT-Monotherapie:

KennzahlWert
Relatives Risiko1,33
95-%-Konfidenzintervall1,24–1,42
Heterogenität I²25 %
p-Wert< 0,01

Ein relatives Risiko von 1,33 mit einem Konfidenzintervall, das die 1 klar nicht einschließt, und einer niedrigen Heterogenität — das ist ein solides Ergebnis, kein Grenzbefund.

Warum das logisch ist

Feldgerichtete Verfahren erreichen die gesamte lichtgeschädigte Fläche, scheitern aber an dicken, stark verhornten Läsionen: Der Wirkstoff dringt nicht ein. Läsionsgerichtete Verfahren entfernen genau diese Läsionen, lassen aber das Umfeld unbehandelt — aus dem die nächsten entstehen.

Die Kombination schließt beide Lücken. Deshalb ist sie in der Praxis so verbreitet, und deshalb hat die Leitlinie ihr eine eigene Empfehlung gewidmet.