- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Äußerliche Anwendung
Kombinationstherapie bei aktinischen Keratosen
Zwei Verfahren nacheinander statt eines allein. Empfehlungsgrad B mit Level of Evidence 1 — die am besten belegte Strategie des Kapitels.
Auch: sequentielle Therapie · laserassistierte PDT
- Wirkprinzip
- Ein abtragendes oder läsionsgerichtetes Verfahren bereitet das Feld vor, ein feldgerichtetes Verfahren behandelt anschließend die gesamte geschädigte Fläche. Die Vorbehandlung verbessert die Aufnahme des Wirkstoffs und erfasst zugleich die dickeren Läsionen, an denen Feldtherapien scheitern.
- Körperregion
- Kopfhaut · Gesicht · Handrücken
- Sitzungen
- Zwei aufeinander abgestimmte Behandlungsschritte
- Ausfallzeit
- Summe der Ausfallzeiten beider Verfahren
- Wirkdauer
- Kontrolle des Feldes bleibt nötig
- Hauptrisiko
- Additive Nebenwirkungen beider Verfahren
Ungeeignet, wenn: die Belastung beider Verfahren zusammen nicht getragen werden kann — die Nebenwirkungen addieren sich.
Die stärkste Empfehlung des Kapitels
Empfehlungsgrad B, Level of Evidence 1, starker Konsens:
Eine primäre oder sequentielle Kombinationstherapie aus verschiedenen feld- oder läsionsgerichteten Verfahren sollte für die aktinische Keratose angeboten werden.
Die Leitlinie stützt das auf vier Referenzen, darunter mehrere systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen.
Der belegte Fall: Laser vor PDT
Eine Meta-Analyse untersuchte den ablativen Laser als Vorbehandlung der photodynamischen Therapie. Die lasergestützte PDT zeigte signifikant höhere Clearance-Raten als die PDT-Monotherapie:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Relatives Risiko | 1,33 |
| 95-%-Konfidenzintervall | 1,24–1,42 |
| Heterogenität I² | 25 % |
| p-Wert | < 0,01 |
Ein relatives Risiko von 1,33 mit einem Konfidenzintervall, das die 1 klar nicht einschließt, und einer niedrigen Heterogenität — das ist ein solides Ergebnis, kein Grenzbefund.
Warum das logisch ist
Feldgerichtete Verfahren erreichen die gesamte lichtgeschädigte Fläche, scheitern aber an dicken, stark verhornten Läsionen: Der Wirkstoff dringt nicht ein. Läsionsgerichtete Verfahren entfernen genau diese Läsionen, lassen aber das Umfeld unbehandelt — aus dem die nächsten entstehen.
Die Kombination schließt beide Lücken. Deshalb ist sie in der Praxis so verbreitet, und deshalb hat die Leitlinie ihr eine eigene Empfehlung gewidmet.