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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Wirkstoff

5-Aminolävulinsäure

Vorstufe des körpereigenen Farbstoffs Protoporphyrin IX. Macht veränderte Zellen lichtempfindlich und ist damit die Grundlage der photodynamischen Therapie.

Auch: 5-ALA · ALA · Aminolevulinsäure

Anwendung
Äußerlich
Verschreibung
Rezeptpflichtig
Wirkprinzip
Aufgetragen wird nicht der Farbstoff selbst, sondern seine Vorstufe. Veränderte Keratinozyten wandeln sie schneller und stärker in Protoporphyrin IX um als gesunde Zellen. Bei Belichtung entstehen dort reaktive Sauerstoffspezies, die die Zelle zerstören.
Häufige Nebenwirkungen
Brennen und Schmerz während der Belichtung · Rötung und Schwellung · Krustenbildung

Ungeeignet, wenn: Lichtempfindlichkeit oder Porphyrie vorliegen — die Therapie beruht auf gezielter Photosensibilisierung und verstärkt beides.

Was die Leitlinie sagt

Die S3-Leitlinie empfiehlt mit Empfehlungsgrad B und Level of Evidence 1:

Eine photodynamische Therapie mit Rotlicht mit 5-Aminolävulinsäure (ALA) oder ihrem Methylester (MAL) sollte für einzelne oder multiple aktinische Keratosen sowie bei Feldkanzerisierung angeboten werden.

Dieselbe Empfehlungsstärke gilt bei Immunsuppression (dort Level of Evidence 2) und für die Tageslicht-Variante.

Warum eine Vorstufe statt des Farbstoffs

Protoporphyrin IX ließe sich nicht sinnvoll auftragen — es dringt nicht ein und verteilte sich nicht selektiv. Die Vorstufe schon: Sie wird von veränderten Zellen bevorzugt aufgenommen und dort verstoffwechselt. Die Selektivität entsteht also im Gewebe, nicht in der Tube.

ALA oder MAL

Die Leitlinie nennt beide in derselben Empfehlung. MAL ist der Methylester, also eine lipophilere Variante mit etwas anderem Eindringverhalten. Für die Empfehlungsstärke macht die Leitlinie zwischen beiden keinen Unterschied.