Lexikon · Wirkstoffe
Protoporphyrin IX
Körpereigener Farbstoff, der sich nach Auftragen einer Vorstufe in veränderten Zellen anreichert. Grundlage jeder photodynamischen Therapie.
Auch: PpIX
Die Kette
- Aufgetragen wird 5-Aminolävulinsäure oder ihr Methylester — nicht der Farbstoff selbst.
- Die Zelle verstoffwechselt die Vorstufe zu Protoporphyrin IX. Veränderte Keratinozyten tun das schneller und stärker als gesunde.
- Belichtung mit der passenden Wellenlänge regt den angereicherten Farbstoff an.
- Es entstehen reaktive Sauerstoffspezies, die die Zelle zerstören.
Warum die Selektivität im Gewebe entsteht
Nicht die Salbe ist selektiv, sondern der Stoffwechsel. Beide Substanzen werden flächig aufgetragen; der Unterschied entsteht erst darin, wie schnell eine Zelle die Vorstufe umsetzt und wie lange sie den Farbstoff hält.
Deshalb hängt das Ergebnis auch von der Einwirkzeit ab. Die S3-Leitlinie beschreibt eine Studie, die 20-prozentige ALA über eine, zwei und drei Stunden einwirken ließ und anschließend mit blauem Licht belichtete.
Warum die Behandlung schmerzt
Weil der Effekt dort entsteht, wo der Farbstoff sitzt — in vielen Zellen gleichzeitig, innerhalb weniger Minuten. Bei der Tageslicht-PDT ist die Lichtintensität geringer und dafür kontinuierlich; der Farbstoff wird fortlaufend abgebaut, statt in einer kurzen intensiven Phase. Das ist der Grund für die deutlich bessere Verträglichkeit.