- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Energiebasierte Verfahren
Photodynamische Therapie
Lichtaktivierte Behandlung flächiger Lichtschäden. Bei Feldkanzerisierung eine der Standardoptionen.
Auch: PDT · ALA-PDT · MAL-PDT
- Wirkprinzip
- Ein Photosensibilisator reichert sich in veränderten Zellen an und wird durch Licht aktiviert; dabei entstehen reaktive Sauerstoffspezies, die die Zellen zerstören.
- Körperregion
- Kopfhaut · Gesicht · Hände
- Sitzungen
- Ein bis zwei, je nach Ansprechen
- Ausfallzeit
- Deutliche Rötung und Krustenbildung über Tage
- Wirkdauer
- Feldgerichtet; Nachsorge erforderlich
- Hauptrisiko
- Erhebliche Schmerzhaftigkeit während der Belichtung
Ungeeignet, wenn: eine Lichtempfindlichkeit oder Porphyrie besteht.
Empfehlung
Eine photodynamische Therapie mit Rotlicht und 5-Aminolävulinsäure (ALA) oder ihrem Methylester (MAL) sollte für einzelne oder multiple aktinische Keratosen sowie bei Feldkanzerisierung angeboten werden.
Empfehlungsgrad B, Level of Evidence 1 — gestützt auf über zwanzig Primärstudien.
Warum sie bei Feldkanzerisierung passt
Der Photosensibilisator reichert sich bevorzugt in veränderten Zellen an. Belichtet wird anschließend die gesamte Fläche. Damit werden auch Veränderungen erfasst, die noch nicht sichtbar sind — der entscheidende Unterschied zu läsionsgerichteten Verfahren.
Die unangenehme Seite
Die Belichtung ist schmerzhaft. Varianten mit Tageslicht oder artifiziellem Tageslicht sind besser verträglich; die Lasertherapie-Leitlinie beschreibt zusätzlich die Kombination mit fraktionierten Lasern (Laser-assisted drug delivery), die die Aufnahme des Wirkstoffs verbessert.
Bei aktinischer Cheilitis der Lippe nennt die Lasertherapie-Leitlinie die LADD-PDT als Option (Empfehlungsgrad ↑).