- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Energiebasierte Verfahren
Aktinische Cheilitis
Krebsvorstufe der Unterlippe durch UV-Belastung. Betrifft überwiegend Männer mit Außenberufen.
Auch: Cheilitis actinica · Lichtschaden der Lippe
- Wirkprinzip
- Selektive Photothermolyse beziehungsweise Ablation: Die Laserenergie wird im Zielgewebe absorbiert und zerstört es gezielt.
- Körperregion
- Lippe
- Sitzungen
- Je nach Ausdehnung
- Ausfallzeit
- Deutlich; Abheilung der Lippe
- Wirkdauer
- Engmaschige Verlaufskontrollen erforderlich
- Hauptrisiko
- Übergang in ein Plattenepithelkarzinom
Ungeeignet, wenn: ein invasives Karzinom nicht ausgeschlossen ist — dann geht die histologische Sicherung vor.
Empfehlungen
- LADD-PDT mit fraktioniertem CO₂-Laser in Kombination mit Rotlicht (635 nm), artifiziellem Tageslicht (415, 585, 635 nm) oder Tageslicht: kann empfohlen werden (↑, 83 %)
- 10.600-nm-CO₂-Laser (flächig gescannt), ablativ: kann empfohlen werden (↑, 100 %)
- 2.940-nm-Er:YAG-Laser, ablativ: kann erwogen werden (0, 100 %)
Die Leitlinie ergänzt unter „Sonstige Hinweise” knapp: Durchführung engmaschiger Verlaufskontrollen.
Warum das ein Männerthema ist
Die aktinische Cheilitis entsteht durch kumulative UV-Belastung der Unterlippe. Betroffen sind überproportional Männer, die beruflich draußen arbeiten — und Lippen gehören zu den Arealen, die beim Sonnenschutz regelmäßig vergessen werden.
Anders als eine trockene Lippe heilt sie nicht ab. Sie ist eine Präkanzerose mit Übergang in ein Plattenepithelkarzinom.
Warnzeichen: eine Unterlippe, die dauerhaft rau, weißlich oder rissig bleibt, bei der die Grenze zur Haut verwischt und einzelne Stellen nicht abheilen. Das gehört dermatologisch angesehen, nicht mit Lippenpflege behandelt.