- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Chirurgische Eingriffe
Kürettage und flache Abtragung
Mechanische Abtragung einzelner Läsionen. Häufig praktiziert — und ohne Evidenz aus randomisierten Studien.
Auch: Curettage · Shave-Abtragung
- Wirkprinzip
- Die veränderte Hornschicht wird mit einem scharfen Löffel oder einer Klinge flach abgetragen; das Material kann histologisch untersucht werden.
- Körperregion
- Kopfhaut · Gesicht · Hände
- Sitzungen
- Meist eine je Läsion
- Ausfallzeit
- Kurz — Therapiedauer laut Leitlinie unter einer Woche
- Wirkdauer
- Läsionsgerichtet
- Hauptrisiko
- Narbenbildung; keine Wirkung auf das umgebende Feld
Ungeeignet, wenn: eine Feldkanzerisierung vorliegt — dann fehlt die Wirkung auf die noch unsichtbaren Veränderungen.
Empfehlung
Eine operative Entfernung — etwa mittels Kürettage, flacher Abtragung oder Komplettexzision — sollte bei einzelnen aktinischen Keratosen angeboten werden. Konsensbasierte Empfehlung, starker Konsens.
Der bemerkenswerte Zusatz
Die Leitlinie schreibt daneben offen hin, worauf diese Empfehlung beruht — und worauf nicht:
Die operative Entfernung von AK ist eine in der klinischen Praxis häufig durchgeführte Therapieoption, für die allerdings keine Evidenz aus RCT vorliegt. In unserer Literaturrecherche wurden keine randomisierten, adäquat kontrollierten Studien identifiziert, die chirurgische Verfahren untersuchten.
Deshalb steht hier ein Expertenkonsens und kein Empfehlungsgrad mit Evidenzlevel — anders als bei 5-Fluorouracil, Diclofenac oder der photodynamischen Therapie, die jeweils Empfehlungsgrad B bei Level of Evidence 1 tragen.
Das entwertet das Verfahren nicht. Es ordnet es ein: verbreitet, plausibel, klinisch bewährt — aber nicht in Studien belegt.
Ein praktischer Vorteil
Anders als bei Vereisung oder Laser bleibt Gewebe übrig, das histologisch untersucht werden kann. Bei unklaren oder therapieresistenten Läsionen ist das ein eigenständiges Argument.