Lexikon · Wirkstoffe
UV-Filter
Mineralisch oder organisch — die beiden Gruppen unterscheiden sich in Verträglichkeit, Photostabilität und Eindringverhalten.
Auch: Mineralische Filter · Chemische Filter · Organische Filter
Die zwei Gruppen
Die S2k-Leitlinie Rosazea teilt sie so ein:
Die chemische Beschaffenheit des UV-Filters kann grob in mineralische/physikalische (Zinkoxid und Titandioxid) und organische/chemische (etwa 25 verschiedene derzeit in der EU zugelassen) eingeteilt werden.
Was die Leitlinie über organische Filter sagt
Letztere sind teilweise allergisierend und nicht photostabil, zudem penetrieren sie besser in die Haut und können empfindliche Haut reizen.
Was sie über mineralische sagt
Mineralische UV-Filter hinterlassen meist einen weißlichen Schleier auf der Haut; neuere Produkte mit mineralischen Nano-Partikeln von Zinkoxid oder Titandioxid können die Oberhaut penetrieren und sollten vorsichtshalber vermieden werden.
Das ist die interessante Wendung: Der Nachteil der mineralischen Filter — der Weißschleier — wird durch Nanopartikel behoben, und genau diese Lösung rät die Leitlinie vorsichtshalber ab.
Die Empfehlung bei Rosazea
Aufgrund mangelnder Datenlage sollten mineralische UV-Filter bevorzugt werden und die Sonnenexposition der Gesichtshaut möglichst durch zusätzliche Maßnahmen minimiert werden.
„Aufgrund mangelnder Datenlage” ist der ehrliche Teil: Die Bevorzugung beruht nicht auf einem Nachweis der Überlegenheit, sondern auf dem Fehlen belastbarer Daten zur Verträglichkeit der Alternative.
Und die Grundempfehlung
Starke Empfehlung (↑↑, 100 % Zustimmung):
Die tägliche Anwendung eines Breitspektrum-Sonnenschutzproduktes, das sowohl vor UV-A- als auch UV-B-Strahlen schützt, wird empfohlen.
Der Zusatz, der zur Sache gehört
„Zusätzliche Maßnahmen” ist kein Nebensatz. Die S3-Leitlinie zur Hautkrebsprävention setzt die Rangfolge: Exposition vermeiden, Kleidung, Sonnenschutzmittel — in dieser Reihenfolge.