Lexikon · Technik
Lichtschutzfaktor
Maß für den Schutz vor UVB. Entscheidend ist aber weniger die Zahl als die aufgetragene Menge.
Auch: LSF · SPF
Der Lichtschutzfaktor gibt an, um welchen Faktor sich die Zeit bis zum Sonnenbrand verlängert — bezogen auf UVB und auf eine standardisierte Auftragsmenge von 2 mg/cm².
Genau dort liegt das praktische Problem: Diese Menge wird im Alltag fast nie erreicht. Wer die Hälfte aufträgt, erhält nicht den halben Schutz, sondern deutlich weniger.
Die S3-Leitlinie zur Hautkrebsprävention fasst die Anwendung in einer konsensbasierten Empfehlung (Konsensstärke 95 %) zusammen. Auf freien Hautflächen, die nicht von Kleidung bedeckt sind — Kopf, Gesicht, Hände, Arme, Beine —, sollen Sonnenschutzmittel sorgfältig aufgetragen werden, und zwar:
- adäquaten Lichtschutzfaktor verwenden
- ausreichend dicke Schicht auftragen (2 mg/cm²)
- gleichmäßige Auftragung auf allen freien Hautflächen
- Auftragung vor der Sonnenexposition
- Wiederholung nach zwei Stunden und nach dem Baden — die Schutzzeit wird dadurch nicht verlängert
Der letzte Punkt wird am häufigsten missverstanden: Nachcremen erhält den Schutz, es verlängert ihn nicht.
Die ehrliche Einschränkung
Die Leitlinie führt daneben ein evidenzbasiertes Statement (Evidenzlevel 1++ bis 2+): Es liegen widersprüchliche Daten dafür vor, ob das Melanomrisiko durch die Benutzung von Sonnenschutzmitteln gesenkt wird.
Das ist kein Argument gegen Sonnenschutz — die primäre Empfehlung bleibt die Vermeidung hoher UV-Exposition. Es ist ein Argument dagegen, Sonnencreme als Freibrief für längere Aufenthalte in der Sonne zu behandeln.