Zum Inhalt springen
GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Äußerliche Anwendung

Kaliumhydroxid 5 % bei aktinischen Keratosen

Apothekenpflichtiges Medizinprodukt für bis zu zehn gut abgrenzbare Läsionen. Empfehlungsgrad 0, Level of Evidence 3.

Auch: KOH-Lösung · Kalilauge 5 %

Wirkprinzip
Kaliumhydroxid ist ein chemisch-destruktives Lokaltherapeutikum mit keratolytischen Eigenschaften. Es wird läsionsgerichtet aufgetragen und zerstört das behandelte Gewebe chemisch, ohne systemisch zu wirken.
Körperregion
Gesicht · Kopfhaut · Handrücken
Sitzungen
Läsionsgerichtet auf maximal zehn Läsionen
Ausfallzeit
Lokale Reaktion an den behandelten Stellen
Wirkdauer
Kontrolle des Feldes bleibt nötig
Hauptrisiko
Chemische Verätzung angrenzender gesunder Haut bei ungenauem Auftragen

Ungeeignet, wenn: die Läsionen nicht gut abgrenzbar und isoliert sind oder mehr als zehn Läsionen behandelt werden sollen — das Verfahren ist ausdrücklich läsionsgerichtet.

Die Empfehlung

Empfehlungsgrad 0, Level of Evidence 3, starker Konsens:

Kaliumhydroxid 5 % Lösung kann für einzelne oder multiple aktinische Keratosen angeboten werden.

Grundlage ist laut Leitlinie eine einzelne Referenz.

Die Anwendungsgrenzen stehen in der Leitlinie

Das Präparat wird läsionsgerichtet aufgetragen auf

  • maximal zehn Läsionen
  • vom Grad I–II nach Olsen
  • mit einem maximalen Durchmesser von 2 cm
  • die gut abgrenzbar und isoliert sein sollten

Das ist eine engere Indikation als bei jedem anderen Verfahren in diesem Kapitel. Wer ein flächiges Feld hat, ist hier falsch.

Der regulatorische Sonderfall

Kaliumhydroxid 5 % ist in Deutschland ein apothekenpflichtiges Medizinprodukt, kein Arzneimittel. Die Leitlinie beschreibt das als „Zwischenstellung zwischen den rezeptpflichtigen topisch-medikamentösen Verfahren und den physikalisch bzw. chemisch wirksamen destruktiven Verfahren”.

Praktisch heißt das: Der Zulassungsweg war ein anderer. Ein Medizinprodukt muss seine Wirksamkeit nicht in demselben Verfahren belegen wie ein Arzneimittel — was sich in Level of Evidence 3 auch abbildet.

Woher das Mittel kommt

Kaliumhydroxid wird sonst gegen Viruswarzen und Dellwarzen eingesetzt. Der Einsatz bei aktinischen Keratosen nutzt dieselbe keratolytische, gewebslösende Eigenschaft.