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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In der EU nicht zugelassen

Wirkstoff

Ingenolmebutat

Ehemals zugelassenes Feldtherapeutikum gegen aktinische Keratosen. Die EU- Zulassung ruht seit 2020; die Leitlinie rät ausdrücklich ab.

Auch: Ingenol mebutate · IMB

Anwendung
Äußerlich
Verschreibung
Rezeptpflichtig
Wirkprinzip
Aus dem Milchsaft der Garten-Wolfsmilch gewonnener Ester, der behandelte Zellen innerhalb weniger Tage zerstört und eine starke lokale Entzündungsreaktion auslöst. Die kurze Anwendungsdauer galt lange als Vorteil gegenüber wochenlangen Feldtherapien.
Häufige Nebenwirkungen
Starke lokale Hautreaktion · Erosion und Krustenbildung · Schmerz im Behandlungsfeld

Ungeeignet, wenn: grundsätzlich — die EU-Zulassung ruht, das Mittel ist in Deutschland nicht verkehrsfähig, und die Leitlinie spricht sich mit dem höchsten Empfehlungsgrad dagegen aus.

Die Empfehlung ist eindeutig

Die S3-Leitlinie formuliert mit Empfehlungsgrad A — also der stärksten Stufe, sprachlich „soll” —:

Ingenolmebutat soll für die Therapie der aktinischen Keratose nicht angeboten werden.

Starker Konsens, Level of Evidence 2.

Was passiert ist

Im Januar 2020 wurde in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur beschlossen, die Zulassung ruhen zu lassen. Grundlage war eine Drei-Jahres-Sicherheitsanalyse mit 484 Behandelten, die eine höhere Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen zeigte:

BehandlungPEK-Inzidenz
Ingenolmebutat3,3 %
Imiquimod0,4 %

In vier klinischen Studien mit einem verwandten Ester (Ingenoldisoxat, 1.234 Behandelte) traten Hauttumoren im Behandlungsfeld — Basalzellkarzinom, Morbus Bowen, PEK — bei 7,7 % gegenüber 2,9 % unter Vehikel auf. Auch gutartige Tumoren waren häufiger (1,0 % gegenüber 0,1 %).

Die Einschränkung, die die Leitlinie selbst nennt

Diese Daten sind nicht veröffentlicht. Sie liegen ausschließlich in zwei Rote-Hand-Briefen vor. Die EMA hat das Ruhen der Zulassung als Vorsichtsmaßnahme ausgesprochen, nicht als abschließendes Urteil.

Praktisch ändert das wenig: Es gibt für aktinische Keratosen genügend andere Verfahren mit besserer Datenlage. Genau so argumentiert auch die Leitlinie.

Wer früher damit behandelt wurde

Die Leitlinie hält fest: Behandelte sollen engmaschig auf das Auftreten von Hauttumoren in ehemaligen Behandlungsfeldern untersucht werden. Wer das Mittel vor 2020 angewendet hat, gehört also in die Kontrolle — nicht in Panik, aber auch nicht in Vergessenheit.