Lexikon · Klinik
UV-Schutz bei Immunsuppression
Für Organtransplantierte gilt die stärkste Sonnenschutzempfehlung der Leitlinie — samt Kontrolle des Vitamin-D-Spiegels.
Auch: Transplantierte und Sonnenschutz
Die Empfehlung
Empfehlungsgrad A, Level of Evidence 2+, Konsensstärke 100 %:
Transplantierte immunsupprimierte Personen sollen zum Schutz vor Hautkrebs im Rahmen eines konsequenten, umfassenden UV-Schutzes Sonnenschutzmittel verwenden.
„Im Rahmen eines konsequenten, umfassenden UV-Schutzes” ist dabei kein Füllwort: Sonnenschutzmittel sind auch hier der dritte Schritt nach Expositionsvermeidung und Textilien.
Die zweite Empfehlung
Konsensbasiert:
Bei Personen mit hohem Hautkrebsrisiko (z. B. Transplantatempfänger, Immunsupprimierte), die einen konsequenten, umfassenden Sonnenschutz betreiben, sollte der Vitamin-D-Spiegel überprüft und Vitamin D gegebenenfalls substituiert werden.
Das ist die ehrliche Antwort auf einen realen Zielkonflikt: Wer die UV-Dosis konsequent senkt, senkt auch die körpereigene Vitamin-D-Bildung. Die Leitlinie löst ihn nicht über mehr Sonne, sondern über Kontrolle und gegebenenfalls Substitution.
Und die Wissensvermittlung
Neu aufgenommen 2020, konsensbasiert: Das Wissen über ein erhöhtes Hautkrebsrisiko und die Umsetzung schützender Verhaltensweisen bei Organtransplantierten sollen gefördert werden.
Warum die Empfehlungen so scharf ausfallen
Weil Immunsuppression in den Daten zum Plattenepithelkarzinom der ungünstigste einzelne Prognosefaktor ist — in einer von der AK/PEK-Leitlinie zitierten Analyse zum Gesamtüberleben mit einer Hazard Ratio von 3,02.