Lexikon · Klinik
Nachsorgeintervalle beim Melanom
Dreimonatige Intervalle bei erhöhtem Risiko, Verlängerung bei sinkendem Risiko — und eine lebenslange Aufgabe, die bleibt.
Auch: Nachsorgeschema
Das Prinzip: risikoadaptiert
Die S3-Leitlinie beschreibt es so:
Eine intensivierte Nachsorge beinhaltet dreimonatige Vorstellungsintervalle. Die einzelnen Nachsorgeuntersuchungen können dabei risikoadaptiert mit unterschiedlichen diagnostischen Methoden durchgeführt werden. Bei sich verringerndem Risiko können die Nachsorgeintervalle über ein 6-monatiges Intervall bis zu 1-jährigen Abständen verlängert werden.
Die Ausnahme Stadium IA
Für dieses Stadium werden „auch in den ersten Jahren nach Diagnose keine erhöhten Rezidivraten beobachtet”. Trotzdem nennt die Leitlinie drei Gründe, warum auch hier Nachsorgetermine sinnvoll sind:
- In den ersten Jahren wird ein erhöhter Anteil an Zweitmelanomen diagnostiziert.
- Es besteht ein erhöhter Informations- und Beratungsbedarf.
- Das operative Ergebnis kann kontrolliert werden.
Der Teil, der nie endet
Die Leitlinie trennt zwei Aufgaben, die oft verwechselt werden:
Tumornachsorge im engeren Sinne — die Suche nach Rezidiv und Metastasen. Sie ist zeitlich begrenzt und risikoadaptiert.
Früherkennung von Zweitmelanomen — eine andere Frage, ein anderes Intervall:
Die jährliche Früherkennungsuntersuchung auf Zweitmelanome sollte allerdings lebenslang durchgeführt werden und nach Beendigung der geregelten Tumornachsorge durch Fachärzte im Rahmen der Prävention übernommen werden.
Für besondere Risikofälle enger
Die Leitlinie nennt die Empfehlung dauerhaft halbjährlicher Untersuchungen auf Zweitmelanome, „was zumindest in besonderen Risikofällen (z. B. dysplastisches Nävussyndrom, familiäres Melanom) übernommen werden sollte”.
Warum die Zeitachse länger ist, als viele denken
In den ersten zwei Jahren nach Erstdiagnose wird eine erhöhte Rate von Zweitmelanomen diagnostiziert. Und rund 20 % der Rezidive treten nach dem fünften Jahr auf — der Grund, warum die Nachsorge insgesamt auf bis zu zehn Jahre angelegt ist.
Was in der Nachsorge gemacht wird
Die Leitlinie führt dafür eigene Kapitel: körperliche Untersuchung, Lymphknoten-Sonographie, Bestimmung von S100B, Röntgen-Thorax, Abdomen-Sonographie und Schnittbildgebung — jeweils risikoadaptiert, nicht pauschal.