- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Chirurgische Eingriffe
Melanom — diagnostische Exzision
Vollständige Entfernung bei Melanomverdacht. Der Sicherheitsabstand ist bewusst knapp.
Auch: Melanomexzision
- Wirkprinzip
- Der verdächtige Tumor wird vollständig mit knappem Rand entfernt und histologisch beurteilt; erst danach richtet sich das weitere Vorgehen nach Tumordicke und Ulzeration.
- Körperregion
- Rücken · Kopfhaut · Körper
- Sitzungen
- Eine diagnostische Exzision, gegebenenfalls Nachexzision nach Befund
- Ausfallzeit
- Wundheilung je nach Lokalisation
- Wirkdauer
- Nachsorge bis zu zehn Jahre
- Hauptrisiko
- Unvollständige Beurteilbarkeit bei falscher Schnittführung
Ungeeignet, wenn: eine Flachexzision geplant ist — die Leitlinie empfiehlt sie bei Melanomverdacht ausdrücklich nicht.
Die Vorgaben der Leitlinie
Für die diagnostische Exzision bei Melanomverdacht nennt die S3-Leitlinie:
- lateraler Sicherheitsabstand: ungefähr 2 mm
- in die Tiefe: bis ins Fettgewebe
- vollständige Entfernung — Grundlage der histologischen Diagnosesicherung ist die Beurteilung des Gesamttumors
Wichtige histologische Kriterien sind die Symmetrie des Tumors und die Beurteilung der lateralen Begrenzung.
Warum der Abstand knapp bleibt
Ein größerer Sicherheitsabstand zerstört Lymphabflusswege und behindert eine eventuelle Auffindung eines Wächterlymphknotens in der weiteren Diagnostik.
Der endgültige Sicherheitsabstand richtet sich erst nach dem histologischen Befund — vor allem nach der Tumordicke. Deshalb ist die erste Operation diagnostisch, nicht definitiv.
Was nicht gemacht werden soll
Eine Flachexzision wird bei Verdacht auf ein malignes Melanom nicht empfohlen: Der Tumor wird oft nicht sicher im Gesunden entfernt, und weder die lateralen Schnittränder noch die Tumordicke lassen sich beurteilen.