Zum Inhalt springen
GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Energiebasierte Verfahren

Nd:YAG-Laser bei Hidradenitis suppurativa

Nicht abtragende Laserbehandlung als antientzündliche Alternative bei milder bis mittelschwerer Form.

Auch: Langgepulster Neodym-YAG-Laser

Wirkprinzip
Der langgepulste Neodym-YAG-Laser mit 1064 nm dringt tief genug ein, um den Haartalgdrüsenapparat zu erreichen, von dem die Erkrankung ausgeht. Die Leitlinie ordnet ihn den konservativen, nicht den ablativen Laserverfahren zu.
Körperregion
Achsel · Leiste · Gesäß
Sitzungen
Serie, Zahl nach Befund
Ausfallzeit
Gering
Wirkdauer
Als antientzündliche Therapie, nicht als Entfernung geschädigten Gewebes
Hauptrisiko
Pigmentverschiebungen, besonders bei dunkleren Hauttypen

Ungeeignet, wenn: bereits Tunnel oder Narbenplatten bestehen — die Empfehlung gilt der milden bis mittelschweren Form.

Die Empfehlung

S2k-Leitlinie, (Konsens):

Die Anwendung des langgepulsten Neodym-YAG-LASER als alternative antientzündliche Therapie bei Patienten mit milder bis mittelschwerer HS/AI sollte empfohlen werden.

Was das Verfahren nicht ist

Es ist keine Abtragung. Die Leitlinie führt es unter „konservative LASER-Behandlung” und trennt es damit ausdrücklich von der ablativen CO₂-Laserbehandlung, die Gewebe entfernt.

Für die ablative Variante formuliert sie zudem eine Einschränkung:

[Sie] kann die CO₂-LASER-assistierte Entfernung des betroffenen Gewebes derzeit nicht generell als überlegene Methode empfohlen werden.

Warum ausgerechnet 1064 nm

Es ist die längste Wellenlänge der gängigen dermatologischen Laser und dringt entsprechend am tiefsten ein. Die Erkrankung geht vom Terminalhaarfollikel aus — und der sitzt tief.

Wo die Grenze liegt

„Mild bis mittelschwer.” Wo bereits Tunnel drainieren oder Narbenplatten bestehen, hilft eine antientzündliche Behandlung dem zerstörten Gewebe nicht mehr. Dort steht die Chirurgie.

Was die Leitlinie ausdrücklich ablehnt

Drei Verfahren mit ⇓⇓, der stärksten Ablehnung: die klassische photodynamische Therapie, blaues Licht und die Röntgenbestrahlung. Zur Bestrahlung schreibt sie, sie könne „bei jungen Menschen — auch aufgrund des Tumorigenitätsrisikos — nicht empfohlen werden”.