- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Energiebasierte Verfahren
Laser-Haarentfernung
Dauerhafte Reduktion der Körperbehaarung. Die Leitlinie nennt klare Grenzen nach Hauttyp und Haarfarbe — und ein Areal, das man meiden sollte.
Auch: Laserepilation · Dauerhafte Haarentfernung
- Wirkprinzip
- Selektive Photothermolyse: Das Melanin im Haarschaft absorbiert die Laserenergie, die entstehende Hitze zerstört die haarbildenden Strukturen im Follikel.
- Körperregion
- Rücken · Brust · Nacken · Achseln · Beine
- Sitzungen
- Mehrere; hohe Ansprechbarkeit besteht nur in der Anagenphase, weshalb der Haarzyklus mehrfach getroffen werden muss
- Ausfallzeit
- Keine; Rötung und perifollikuläres Ödem für Stunden
- Wirkdauer
- Dauerhafte Reduktion, keine garantierte Endgültigkeit
- Hauptrisiko
- Verbrennungen und Pigmentverschiebungen bei falscher Wellenlänge zum Hauttyp; Augenverletzungen im Brauenbereich
Ungeeignet, wenn: die Haare hell sind — dann empfiehlt die Leitlinie ausdrücklich Alternativen wie Nadelepilation oder chemische Depilation.
Empfohlene Areale
Die Leitlinie empfiehlt Laserepilationen im Brust-, Rücken- und Bauchbereich, in den Achselzonen, in der Bikinizone, an den Beinen sowie im Bereich von Oberlippe und Kinn.
Für den Augenbrauenbereich gilt eine Einschränkung: Wegen der Gefahr von Augenverletzungen sollte dort nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung behandelt werden.
Grenzen nach Hauttyp
| Hauttyp nach Fitzpatrick | Empfehlung der Leitlinie |
|---|---|
| I–III | empfohlen |
| IV | nur eingeschränkt zu empfehlen |
| V–VI | sollten nicht durchgeführt werden |
Dunklere Hauttypen sollten mit Lasern höherer Wellenlängen behandelt werden.
Grenzen nach Haarfarbe und -dicke
Empfohlen wird die Behandlung dunkler Haare auf heller Haut — das ist der Kontrast, auf dem das Wirkprinzip beruht. Bei hellen Haaren sollen laut Leitlinie alternative Verfahren empfohlen werden, etwa Nadelepilation oder chemische Depilation.
Dünnere Haare sprechen schneller an als dickere. Für den typischen männlichen Rücken mit kräftigem, dunklem Haar heißt das: gutes Ansprechen, aber mehr Sitzungen als bei feinem Haar.
Vor der Behandlung
Die Leitlinie verlangt die Einordnung der Fehlbehaarung — Hirsutismus, Hypertrichose oder anderes — und die Klärung, ob ein Pathomechanismus zugrunde liegt, der mitbehandelt werden muss: endokrinologisch, medikamenteninduziert oder Ausdruck einer anderen Erkrankung.
Wer also seit Kurzem verstärkt Körperbehaarung bemerkt, gehört zuerst in die Abklärung, nicht auf die Liege.