- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Chirurgische Eingriffe
Dermabrasio
Mechanische Abtragung der oberen Hautschichten. Hohe Ansprechraten bei korrekter Durchführung — und stark von der Erfahrung des Behandelnden abhängig.
Auch: Schleifbehandlung · Hautabschleifung
- Wirkprinzip
- Ein rotierendes Schleifwerkzeug trägt Epidermis und obere Dermis mechanisch ab. Die Tiefe wird vom Behandelnden während des Eingriffs gesteuert; die Regeneration erfolgt aus Haarfollikeln und Schweißdrüsen.
- Körperregion
- Gesicht · Kopfhaut
- Sitzungen
- Nach Befund
- Ausfallzeit
- Wundheilung über etwa ein bis zwei Wochen, Rötung länger
- Wirkdauer
- Bei korrekter Durchführung 83–96 % komplettes Ansprechen nach zwei Jahren
- Hauptrisiko
- Bei zu tiefer Abtragung Wundheilungsstörungen und Narbenbildung
Ungeeignet, wenn: keine ausreichende Erfahrung mit dem Verfahren vorliegt — die Leitlinie hält ausdrücklich fest, dass Wirksamkeit und Sicherheit stark von der individuellen Expertise abhängen.
Was die Leitlinie berichtet
Die S3-Leitlinie nennt für die Dermabrasio bei korrekter Durchführung hohe und anhaltende komplette Ansprechraten von 83–96 % nach zwei Jahren.
Das sind Zahlen, mit denen kaum ein topisches Verfahren mithalten kann. Sie stehen trotzdem in einem Kapitel, das das Verfahren nicht in den Vordergrund stellt — aus drei Gründen, die die Leitlinie selbst benennt.
Die drei Vorbehalte
Wenig standardisiert. „Die Dermabrasio ist wenig standardisiert und die Wirksamkeit und Sicherheit hängen stark von der individuellen Expertise des Behandelnden ab.” Wer das Verfahren beherrscht, erzielt die genannten Raten. Wer es nicht beherrscht, erzielt Narben.
Schmerzhaft. Meist ist eine lokale Betäubung nötig, bei großen Behandlungsflächen mitunter eine Analgosedierung. Das reduziert laut Leitlinie die Praktikabilität „sowohl für den Arzt als auch die Patient*innen deutlich”.
Narbenrisiko. Bei zu tiefer Abtragung kann es zu ausgeprägten Wundheilungsstörungen und Narbenbildung kommen.
Woran man einen seriösen Anbieter erkennt
Daran, dass er die Tiefensteuerung erklärt und nicht die Ansprechrate zitiert. Die 83–96 % gelten für „korrekte Durchführung” — ein Vorbehalt, der in der Werbung regelmäßig verschwindet.