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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Wirkstoff

Ritlecitinib

Oraler JAK-Inhibitor, EU-weit ab zwölf Jahren für die schwere Alopecia areata zugelassen. Der einzige mit Zulassung für Jugendliche.

Auch: JAK-3/TEC-Inhibitor

Anwendung
Als Tablette
Verschreibung
Rezeptpflichtig
Wirkprinzip
Hemmt selektiv JAK 3 und die TEC-Kinasefamilie und bindet dabei kovalent, also irreversibel. Über die Blockade des JAK-STAT-Signalwegs wird die auf den Haarfollikel gerichtete T-Zell-Antwort gedämpft.
Dosis
50 mg pro Tag — die Dosierung der EU-Zulassung. In der Zulassungsstudie zeigte eine Aufsättigung mit 200 mg über vier Wochen vor 50 oder 30 mg eine bessere Wirkung als der Start ohne Aufsättigungsdosis.
Häufige Nebenwirkungen
Infektionen der oberen Atemwege · Nasopharyngitis · Kopfschmerzen · Übelkeit und Durchfall · Akne und akneiforme Eruptionen

Ungeeignet, wenn: Risikofaktoren dagegen sprechen. Die Leitlinie nennt für die Klasse schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aktuellen oder früheren Nikotinkonsum, ein erhöhtes Malignomrisiko, thromboembolische Ereignisse und ein Alter über 65 Jahre.

Was Ritlecitinib von Baricitinib unterscheidet

Drei Punkte, alle aus der deutschen S3-Leitlinie:

Die Altersgrenze. Ritlecitinib hat seit dem 15. September 2023 eine EU-weite Zulassung für die schwere Alopecia areata bei Jugendlichen und Erwachsenen ab zwölf Jahren, in einer Dosierung von 50 mg pro Tag. Baricitinib ist auf Erwachsene ab 18 begrenzt. Damit ist Ritlecitinib der einzige zugelassene Weg, die Leitlinienempfehlung für Jugendliche mit schwerer AA umzusetzen — die Empfehlung selbst steht ausdrücklich unter dem Vorbehalt „bei entsprechender Zulassung in Hinblick auf die Altersgruppe”.

Die Selektivität. Ritlecitinib hemmt JAK 3 und die TEC-Familie; Baricitinib hemmt JAK 1 und 2. Ritlecitinib gehört außerdem zu den irreversiblen (kovalenten) Inhibitoren, Baricitinib zu den reversiblen.

Die Wirkstärke. In den Direktvergleichen der Leitlinie liegt Ritlecitinib hinter Baricitinib: bei SALT 50 mit einer Risikodifferenz von 33 Prozent (95-%-KI 19–47) gegenüber 63 Prozent (44–82), bei SALT 75 mit 25 Prozent (12–38) gegenüber 45 Prozent (25–65). Orales Baricitinib erwies sich als wirkungsstärker im Vergleich zu den übrigen JAK-Inhibitoren bei Patienten mit jeglicher Form der AA.

Zur Aufsättigung

Die Leitlinie hält ein Studiendetail fest, das die Dosierungspraxis erklärt:

Ritlecitinib 200 mg/Tag Aufsättigungsdosis für 4 Wochen, gefolgt von 50 mg oder 30 mg/Tag zeigte eine bessere Wirkung als Ritlecitinib 50 mg oder 30 mg/Tag ohne Aufsättigungsdosis.

Sicherheit

Für Ritlecitinib nennt die Leitlinie Infektionen der oberen Atemwege und Nasopharyngitis als häufig, dazu Kopfschmerzen sowie Übelkeit und/oder Durchfall. Kutane Ereignisse — Akne, akneiforme Eruptionen, Follikulitis — sind unter nahezu allen JAK-Inhibitoren berichtet, für Baricitinib mit einer Bezifferung (dreifach erhöhtes Aknerisiko), für Ritlecitinib ohne.

In der Phase-2b/3-Studie wurden zwei maligne Erkrankungen berichtet: ein Mammakarzinom in der 50-mg-Gruppe, das der Prüfarzt in Verbindung mit der Behandlung sah, und ein weiteres in der Gruppe 200 mg + 50 mg, das nicht in Verbindung damit gesehen wurde.

Vor Beginn gelten dieselben Anforderungen wie bei allen JAK-Inhibitoren: Screening auf Hepatitis B und C, HIV und Tuberkulose, Röntgen-Thorax, Überprüfung des Impfstatus. Jugendliche ohne Windpocken-Anamnese werden gegen Windpocken geimpft — das haben die Experten ausdrücklich angemerkt.

Erstattung

Wie Baricitinib: verordnungsfähig, aber nicht erstattungsfähig. Siehe Lifestyle-Arzneimittel nach § 34 SGB V.