Lexikon · Wirkstoffe
Antimetabolit
Wirkstoff, der einem körpereigenen Baustein so ähnlich sieht, dass die Zelle ihn einbaut — und daran scheitert. Prinzip hinter 5-Fluorouracil.
Auch: Zytostatikum vom Antimetabolit-Typ
Das Prinzip
Eine Zelle, die sich teilt, braucht Bausteine für ihre DNA. Ein Antimetabolit ist einem dieser Bausteine chemisch so ähnlich, dass die Zelle ihn nicht unterscheidet — und mit ihm arbeitet. Der Stoffwechselweg bricht dann an der Stelle ab, an der die Fälschung nicht weiterverarbeitet werden kann.
Bei 5-Fluorouracil
Die S3-Leitlinie beschreibt es genau:
Der pharmakologisch aktive Bestandteil von 5-FU, 5-Fluorodesoxyuridin- Monophosphat, ist ein Antimetabolit, der die Methylierung von Desoxyuridinmonophosphat zu Desoxythymidinmonophosphat hemmt.
Ohne Desoxythymidinmonophosphat keine DNA-Synthese. Ohne DNA-Synthese keine Zellteilung.
Warum das selektiv genug ist
Weil es nur teilungsaktive Zellen trifft. Aktinische Keratosen bestehen aus Keratinozyten mit hoher Teilungsrate; ruhende Zellen bleiben weitgehend unbehelligt. Die Selektivität ist damit keine Frage der Zielerkennung, sondern des Zellzyklus.
Das erklärt auch, warum das Behandlungsfeld reagiert und die umgebende Haut nicht — und warum eine ausbleibende Reaktion Anlass ist, die Anwendung zu überprüfen.