- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Injektionen
Intraläsionale Kortikosteroide
Kortikosteroid wird direkt in den entzündeten Knoten gespritzt. Bei akuten Läsionen der Hidradenitis suppurativa empfohlen.
Auch: Unterspritzung mit Kortison · Triamcinolon-Injektion
- Wirkprinzip
- Das Kortikosteroid wirkt dort, wo es eingebracht wird, und dämpft die akute Entzündungsreaktion im einzelnen Knoten. Die systemische Belastung bleibt gering, weil nur kleine Mengen örtlich verabreicht werden.
- Körperregion
- Achsel · Leiste · Gesäß
- Sitzungen
- Bei Bedarf, je akuter Läsion
- Ausfallzeit
- Keine
- Wirkdauer
- Auf die behandelte Läsion begrenzt
- Hauptrisiko
- Hautatrophie und Dellenbildung an der Einstichstelle bei wiederholter Anwendung
Ungeeignet, wenn: es um die Dauerbehandlung geht — die Empfehlung gilt der Behandlung akuter entzündlicher Läsionen, nicht der Krankheitskontrolle.
Die Empfehlung
S2k-Leitlinie zur HS/AI, ⇑ (Konsens):
Eine intraläsionale Kortikosteroidtherapie soll zur Behandlung von akuten entzündlichen Läsionen empfohlen werden.
Wofür es gedacht ist
Für den einzelnen, akut schmerzhaften Knoten — nicht für die Erkrankung. Die Unterscheidung steht in der Empfehlung selbst: „akute entzündliche Läsionen”.
Das ist die Behandlung des Schubs an einer Stelle, während die eigentliche Therapie — topisch, systemisch oder chirurgisch — an anderer Stelle entschieden wird.
Was daneben ausdrücklich abgelehnt wird
⇓⇓ (mehrheitliche Zustimmung):
Intraoperatives intraläsionales Gentamycin soll nicht empfohlen werden.
Der Preis wiederholter Anwendung
Kortikosteroide hemmen neben der Entzündung auch den Aufbau von Bindegewebe. An derselben Stelle wiederholt injiziert, hinterlassen sie eine Delle. In Achsel und Leiste fällt das weniger auf als im Gesicht — belanglos ist es trotzdem nicht.
Wer regelmäßig unterspritzt werden muss, hat außerdem eine Information: Die Grundtherapie reicht nicht.