- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Äußerliche Anwendung
Handekzem — Basistherapie
Regelmäßige Hautpflege bei jedem Handekzem, unabhängig vom Subtyp. Eine der wenigen Empfehlungen mit 100 Prozent Zustimmung.
Auch: Basistherapeutika · Hautpflegemittel
- Wirkprinzip
- Hautpflegemittel versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und Lipiden und verhindern dadurch Austrocknung und die Entstehung von Barrierestörungen. Studien zeigen zusätzlich, dass sie detergenzieninduzierte Hautschäden verhindern und die Regeneration beschleunigen.
- Körperregion
- Hände
- Sitzungen
- Dauerhaft, mehrmals täglich
- Ausfallzeit
- Keine
- Wirkdauer
- Solange sie angewendet wird
- Hauptrisiko
- Kontaktallergie gegen Inhaltsstoffe des Pflegeprodukts selbst
Ungeeignet, wenn: die auslösende Exposition unverändert bleibt — Pflege ersetzt die Vermeidung nicht, sie ergänzt sie.
Die Empfehlung
S2k-Leitlinie Handekzem, starke Empfehlung (↑↑, 100 % Zustimmung, Expertenkonsens):
Die regelmäßige Anwendung von Basistherapeutika (Hautpflegemitteln) soll bei allen HE-Patient*innen erfolgen.
„Allen” ist hier wörtlich gemeint: unabhängig vom Subtyp, unabhängig vom Schweregrad, unabhängig davon, ob zusätzlich behandelt wird.
Was belegt ist
Die S1-Leitlinie Kontaktekzem fasst die Datenlage zusammen: Hautpflegeprodukte versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und Lipiden und verhindern dadurch Austrocknung und die Entstehung von Barrierestörungen. Verschiedene experimentelle und klinische Studien haben darüber hinaus gezeigt, dass sie
- detergenzieninduzierte Hautschäden verhindern
- zu einer schnelleren Regeneration von Barrierestörungen führen
- zu einer schnelleren Abheilung irritativer Reaktionen führen
Was nicht belegt ist
Die konkrete Zusammensetzung. Zur verbreiteten Empfehlung von 10 % Harnstoff beim hyperkeratotischen Handekzem hält die Handekzem-Leitlinie ausdrücklich fest, dass es „keine wissenschaftlichen Belege [gibt], die eine derartige Empfehlung unterstützen”.
Die belegte Aussage lautet: regelmäßig pflegen. Nicht: mit diesem Wirkstoff in dieser Konzentration.
Was zuerst kommt
Die Leitlinie stellt der gesamten Therapie eine Empfehlung voran (↑↑, 100 %):
Ursächliche exogene Faktoren sollen identifiziert und vermieden werden.
Ohne diesen Schritt behandelt die Pflege gegen eine fortlaufende Belastung an.
Der Punkt, den viele auslassen
Das Pflegeprodukt selbst kann das Problem unterhalten. Konservierungsmittel, Duftstoffe und Emulgatoren sind häufige Kontaktallergene. Wer ein Handekzem hat, das unter guter Pflege nicht besser wird, sollte die Inhaltsstoffliste zur Testung mitbringen — die Leitlinie verlangt die Expositionsabschätzung ausdrücklich vor der Testung.