Lexikon · Klinik
Vaskuläre Okklusion
Verschluss eines Blutgefäßes durch Filler — die schwerwiegendste Komplikation der Unterspritzung, mit einem Zeitfenster von Stunden.
Auch: Gefäßverschluss
Bei einer vaskulären Okklusion gelangt Fillermaterial in ein Blutgefäß oder komprimiert es von außen. Die Durchblutung des versorgten Gebiets bricht ein.
Warnzeichen sind sofortiger, unverhältnismäßig starker Schmerz, eine blasse oder livide Verfärbung der Haut, später Blasenbildung und Gewebsuntergang. In seltenen Fällen sind Sehstörungen bis zur Erblindung beschrieben, wenn Material in Gefäße mit Verbindung zur Augenarterie gelangt.
Die Behandlung besteht bei Hyaluronsäure-Fillern in der Injektion von Hyaluronidase — so früh wie möglich, idealerweise innerhalb der ersten vier Stunden, großzügig und wiederholt, in der Literatur stündlich, bis sich die Rekapillarisierungszeit normalisiert.
Deshalb ist die einzige Frage, die vor einer Unterspritzung wirklich zählt: Ist Hyaluronidase gekühlt in der Praxis vorrätig, und gibt es ein eingeübtes Vorgehen?