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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer

Lexikon · Recht und Zulassung

Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention

Drei Ziele, je nachdem, ob jemand noch gesund, bereits erkrankt oder schwer erkrankt ist. Die Einteilung bestimmt, was eine Maßnahme leisten soll.

Auch: Präventionsstufen

Die drei Stufen

Die S1-Leitlinie Kontaktekzem definiert sie so:

StufeZiel
PrimärpräventionDas Auftreten von Erkrankungen bei Gesunden soll verhindert werden
SekundärpräventionBei bereits Erkrankten soll das Wiederauftreten oder ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden
TertiärpräventionSchwer und/oder chronisch Erkrankte sollen medizinisch und beruflich rehabilitiert werden

Warum die Einordnung zählt

Weil sie den Maßstab festlegt. Eine Maßnahme der Primärprävention wird daran gemessen, ob weniger Menschen erkranken. Eine der Sekundärprävention daran, ob Erkrankte seltener rückfällig werden. Beides mit derselben Kennzahl zu bewerten, führt in die Irre.

Das Hautkrebsscreening ist ein Beispiel: Es ist keine Primärprävention. Es verhindert kein einziges Karzinom — es findet welche früher. Wer es als Vorbeugung bewirbt, hat die Stufe verwechselt.

Der berufliche Bezug

Die Tertiärprävention ist im Kontext beruflicher Hauterkrankungen kein theoretischer Begriff: Sie ist der gesetzliche Auftrag der Unfallversicherung. „Medizinisch und beruflich rehabilitiert” heißt, dass zur Behandlung die Frage gehört, ob und wie jemand in seinen Beruf zurückkehren kann.

Was das für Pflegeprodukte bedeutet

Ein Hautschutzprodukt für Gesunde in einem Risikoberuf ist Primärprävention. Ein Pflegeprodukt für jemanden mit abgeheiltem Handekzem ist Sekundärprävention. Dasselbe Produkt, zwei Zwecke, zwei Erfolgsmaßstäbe.