Lexikon · Recht und Zulassung
Konfidenzintervall
Der Bereich, in dem der wahre Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt. Seine Breite sagt oft mehr als der Punktwert.
Auch: 95-%-KI · CI · Vertrauensbereich
Was es angibt
Ein Studienergebnis ist eine Schätzung aus einer Stichprobe, nicht die Wahrheit. Das Konfidenzintervall — meist zum Niveau 95 % — gibt den Bereich an, in dem der wahre Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt.
Warum die Breite zählt
Zwei Beispiele aus der S3-Leitlinie zur aktinischen Keratose:
Laserassistierte PDT gegenüber PDT allein — relatives Risiko 1,33, 95-%-KI 1,24–1,42. Ein schmales Intervall, weit von der 1 entfernt. Der Effekt ist gut abgesichert.
Konfokale Lasermikroskopie (aus der Melanom-Leitlinie) — Spezifität 76 %, 95-%-KI 68–83. Ein Intervall von 15 Prozentpunkten Breite: Die tatsächliche Spezifität kann deutlich unter oder über dem genannten Wert liegen.
Die eine Regel, die man kennen sollte
Für Verhältnismaße wie relatives Risiko und Hazard Ratio gilt: Schließt das Konfidenzintervall die 1 ein, ist der Unterschied statistisch nicht signifikant. Die 1 bedeutet „kein Unterschied”.
Für Differenzen — etwa Prozentpunkte — gilt dasselbe mit der 0.
Woran man Marketing erkennt
Daran, dass der Punktwert genannt wird und das Intervall nicht. „33 % besser” klingt anders als „24 bis 42 % besser” — und deutlich anders als ein Ergebnis, dessen Intervall von „12 % schlechter” bis „80 % besser” reicht.
Wer eine Zahl ohne Intervall liest, weiß nicht, wie sicher sie ist.