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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer

Lexikon · Technik

Haarzupftest

Ein Büschel Haare wird kopfhautnah gezogen. Ab zehn Prozent ausgezupfter Haare gilt die Erkrankung als aktiv.

Auch: Hair Pull Test · Epilationstest

Die Empfehlung

Die deutsche S3-Leitlinie zur Alopecia areata empfiehlt den Test im starken Konsens:

Für die Differenzialdiagnose und zur Bestimmung der Krankheitsaktivität zu Beginn und im Verlauf der Erkrankung sollte bei jeder Patientin/jedem Patienten mit Verdacht auf eine AA ein Haarzupftest am Rand der Läsionen und der kontralateralen klinisch nicht betroffenen Seite durchgeführt werden.

Wie er durchgeführt wird

Ein Büschel von 50 bis 60 Haaren wird kopfhautnah fest gefasst und mäßig in Wuchsrichtung gezogen — und zwar an zwei Stellen: am Rand der einzelnen Läsionen und auf der kontralateralen, klinisch nicht betroffenen Seite.

Ein häufiges Missverständnis räumt die Leitlinie ausdrücklich aus: Haarewaschen oder Bürsten der Haare beeinflusst die Aussagekraft des Tests nicht. Man muss also nicht mit ungewaschenem Haar in die Praxis kommen.

Wie er ausgewertet wird

ErgebnisBedeutung
≥ 10 % der erfassten Haare epiliertpositiv — Hinweis auf eine aktive Erkrankung
weniger als zwei ausgezupfte Haarenegativ — „normales” Ausfallen der Haare

Der aufschlussreichste Befund ist der an der scheinbar gesunden Seite:

Ein positiver Zupftest an einer klinisch nicht erkennbar betroffenen Stelle kann auf eine fortschreitende Erkrankung mit diffusem Verlauf hinweisen.

Genau deshalb gehört die kontralaterale Seite zum Test dazu — sie zeigt, ob sich hinter einem umschriebenen Herd eine ausgedehntere Aktivität verbirgt.

Abgrenzung zum Trichogramm

Das Trichogramm ist eine andere Untersuchung: eine mikroskopische Haarwurzeluntersuchung nach Epilation und Einbettung von 60 bis 80 Haaren, die fünf Tage nach der letzten Haarwäsche entnommen werden. Die Leitlinie empfiehlt es nur zurückhaltend — „kann in Einzelfällen zur Diagnostik, speziell zur Differenzialdiagnostik durchgeführt werden” — und legt offen, warum:

Der Einsatz eines Trichogramms in der Diagnostik einer AA wird international kontrovers bewertet.

Eine Expertengruppe hält es für ein hilfreiches ergänzendes Instrument, eine andere für nicht hilfreich; auch zur Beurteilung der Krankheitsaktivität waren sich die Fachleute uneinig. Nutzen könnte es allenfalls bei der Abgrenzung einer diffusen Alopecia areata vom Telogeneffluvium haben — mit der Einschränkung, dass ein Überwiegen von Telogenhaaren auch im chronischen Stadium einer AA vorkommt.