Lexikon · Klinik
Alopecia barbae
Alopecia areata, die nur den Bart betrifft. Sie trifft in der Regel Männer mittleren Alters — und ist in den Studien kaum abgebildet.
Auch: Alopecia areata des Bartes · kreisrunder Haarausfall im Bart
Die Definition
Die deutsche S3-Leitlinie ist an dieser Stelle knapp und eindeutig:
Eine AA, die nur den Bart betrifft, wird als Alopecia barbae bezeichnet und betrifft in der Regel Männer mittleren Alters.
Damit ist es eine der wenigen dermatologischen Diagnosen, die per Definition fast ausschließlich Männer betrifft — und eine, die in der Wahrnehmung selten als eigenständiges Krankheitsbild auftaucht.
Die Evidenzlücke, offen benannt
Die Leitlinie sagt selbst, wie es um die Datenlage steht:
Für Erwachsene fehlen RCT mit dem Endpunkt des Nachwachsens der Haare im Bart als Lokalisation.
Keine randomisierten kontrollierten Studien mit dem Bart als Zielregion. Das erklärt, warum die Empfehlungstabellen für die Zeile „Augenbrauen, Bart” nur zwei Substanzgruppen mit einer positiven Empfehlung führen — und beide nur mit der schwächeren Stufe.
Was empfohlen wird
Aus den Übersichtstabellen der Leitlinie, Zeile „Augenbrauen, Bart”:
| Therapie | Kinder | Jugendliche | Erwachsene |
|---|---|---|---|
| topische Kortikosteroide | ↑ | ↑ | ↑ |
| topische Calcineurin-Inhibitoren | ↑ | ↑ | ↑ |
| intraläsionale Kortikosteroide | keine Empfehlung | 0 * | 0 * |
Das Zeichen ↑ steht für „sollte angeboten werden”, die 0 für eine offene Empfehlung — weder dafür noch dagegen. Der Stern bedeutet in der Leitlinie: Angebot nur von in der Anwendung erfahrenen Ärztinnen und Ärzten.
Zu den topischen Calcineurin-Inhibitoren macht die Leitlinie allerdings eine Einschränkung, die man kennen sollte: Eine internationale Expertengruppe hat konsentiert, dass sie bei AA an Kopfhaut, Augenbrauen oder Bart eingesetzt werden können, sie aber nicht als topische Behandlung der ersten Wahl bei AA im Bart ansieht — weder allein noch in Kombination.
Für die Wirkstoffwahl an der Kopfhaut
Zum Vergleich, was die Leitlinie für die Kopfhaut sagt: Bei Jugendlichen und Erwachsenen sollen bevorzugt topische Kortikosteroide der Wirkstoffklassen III bis IV nach Niedner mit hohem therapeutischem Index angewandt werden, bei Kindern der Klassen II bis III. Bei fehlendem Ansprechen sollte eine Behandlung mit topischen oder intraläsionalen Kortikosteroiden drei Monate nicht überschreiten; bei Ansprechen sollte sie individualisiert und mit einer maximalen Anwendungsdauer von zwölf Monaten fortgeführt werden.