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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer

Lexikon · Klinik

Antibiotikaauswahl bei Akne

Die europäische Leitlinie zieht Doxycyclin und Lymecyclin vor, rät bei Azithromycin ab und hält systemisches Clindamycin für schwere Infektionen frei.

Auch: Doxycyclin oder Minocyclin bei Akne

Die Rangfolge

Doxycyclin und Lymecyclin können vorzugsweise gegenüber Minocyclin und Tetracyclin empfohlen werden.

Der Grund ist ausdrücklich nicht die Wirksamkeit. Doxycyclin, Lymecyclin, Minocyclin und Tetracyclin scheinen gegen entzündliche Läsionen vergleichbar wirksam zu sein. Den Ausschlag geben zwei andere Kriterien.

Sicherheit: der Unterschied liegt in der Beherrschbarkeit

Eine systematische Auswertung von Fallberichten zu unerwünschten Wirkungen zwischen 1966 und 2003 legt nahe, dass unerwünschte Ereignisse unter Doxycyclin seltener sind als unter Minocyclin, und dass schwerere Ereignisse eher unter Minocyclin auftreten.

Entscheidend ist aber, wie die Leitlinie das gewichtet:

SubstanzTypische unerwünschte WirkungBeherrschbarkeit
DoxycyclinPhotosensibilität, ÖsophagitisSonnenschutz, ausreichend Wasser — beherrschbar
MinocyclinÜberempfindlichkeit, Leberfunktionsstörung, Lupus-ähnliches Syndromnicht ohne Weiteres beherrschbar

Die Phototoxizität von Doxycyclin ist dosis- und lichtabhängig. Zu Lymecyclin gibt es wenig Information über die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen; die Phototoxizität wurde als geringer beschrieben als bei Doxycyclin, das Sicherheitsprofil als dem von Tetracyclin vergleichbar.

Praktikabilität

Doxycyclin, Lymecyclin und Minocyclin sind gegenüber Tetracyclin praktikabler, weil sie seltener eingenommen werden müssen. Bei einer Therapie über Wochen ist das kein Nebenaspekt, sondern ein Adhärenzfaktor — die Leitlinie führt gute Therapietreue selbst als eines ihrer Ziele.

Zwei ausdrückliche Einschränkungen

Azithromycin. Die Leitlinie hatte es als Alternative in Betracht gezogen, verweist dann aber auf eine Empfehlung des EMA-Ausschusses, die von der Anwendung bei Akne abrät: Die vorliegende Evidenz stütze die Wirksamkeit nicht ausreichend, und die Vorteile überwögen die Risiken nicht — insbesondere mit Blick auf antimikrobielle Resistenz. Die Wirksamkeitsdaten selbst sind dabei nicht schlecht (überlegen gegenüber Placebo, vergleichbar mit Doxycyclin), aber die Direktvergleiche umfassten nur kleine Patientenzahlen. Häufige unerwünschte Wirkungen sind Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Systemisches Clindamycin. Nicht empfohlen — diese Option soll für schwere Infektionen freigehalten werden.

Und immer in Kombination

Im Therapiealgorithmus steht kein systemisches Antibiotikum allein. Es erscheint ausnahmslos als „systemisches Antibiotikum + topische Behandlung”. Dazu kommt die zeitliche Begrenzung der Drei-Monats-Regel.