Lexikon · Technik
Abriss-Epikutantest
Epikutantest nach Abtragen der Hornschicht. Erhöht die Testempfindlichkeit — und wird von der Handekzem-Leitlinie ausdrücklich empfohlen.
Auch: Strip-Patch-Test · Tape-Stripping-Epikutantest
Das Prinzip
Beim gewöhnlichen Epikutantest muss die Testsubstanz die Hornschicht überwinden. Bei dickerer, verhornter Haut — Handflächen, hyperkeratotische Ekzeme — gelingt das oft nicht ausreichend. Ein falsch negatives Ergebnis ist die Folge.
Beim Abriss-Epikutantest wird die Hornschicht vor der Applikation reduziert. Die S1-Leitlinie Kontaktekzem formuliert es knapp:
Im Abriss-Epikutantest wird die Hornschicht vor Allergenapplikation reduziert und die Testsensitivität erhöht.
Wann er sinnvoll ist
Die S2k-Leitlinie Handekzem hält als Expertenkonsens fest, dass eine Abriss-Epikutantestung nach Einschätzung der Expertengruppe [angezeigt sein kann] — und weist ausdrücklich darauf hin, dass damit von der Empfehlung der S3-Leitlinie „Durchführung des Epikutantests mit Kontaktallergenen und Arzneimitteln” abgewichen wird. Zustimmung 100 %, eine Enthaltung.
Dass eine Leitlinie eine solche Abweichung offen benennt, statt sie zu übergehen, ist bemerkenswert — und ein Hinweis darauf, dass die Frage fachlich nicht abschließend geklärt ist.
Was das für Betroffene heißt
Ein negativer Standard-Epikutantest bei einem hartnäckigen Handekzem ist kein Beweis, dass keine Kontaktallergie vorliegt. Er kann auch heißen, dass die Substanz nicht tief genug gekommen ist.